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Damaszkin Herrenhaus in Beregsău Mic

Veröffentlicht in Geschichten1 Kommentar

Beregsău Mic ist ein Dorf im Kreis Timiș, dass erst in der letzten Phasen der serbischen Kolonisierung in Banat von Serben bewohnt wurde, Ende des 17en Jahrhunderts. Auch heute ist die Mehrheit der Bevölkerung serbisch. Hier befindet sich ein altes Herrenhaus, dass noch nicht als historisches Monument geschützt ist. Im Gegensatz zu anderen adeligen Wohnhäuser aus Banat, die verlassen stehen, wird das Herrenhaus in Beregsău Mic, trotz dessen Degradierung, weiterhin von einer Einwohnerin gesorgt und der Eigentümer behält ein regelmäßiges Interesse daran.

Kurze Geschichte

Beregsău Mic ist seit 1317 geurkundet, unter den Namen Nemti (oder Villa Nemti), in 1333 – Nemiti, in 1334 – Nempty, in 1335 – Nemethy, in 1462 – Kysberezo. Im 16ten Jahrhundert wurde die Ortschaft als Nemed bekannt. Auf der Karte vom Grafen Mercy erscheint die Bennenung Nemet. Im Jahr 1913, umnennt die hungarische Regierung die Ortschaft in Beregszonemeti (übers. Deutsche Beregsău). Entlang den Jahren wurde Beregsău Mic auch als Nemici oder Deutsches Beregsău bekannt, obwohl die deutschen Einwohner nie in der Mehrheit waren.1)Remus Creţan şi Vasile FrăţilăDicţionar geografico-istoric şi toponimic al judeţului Timiş,  2007

In 1914 schenkt der König das Dorf an Nagylucsei Ferencz. In 1514, währen einen Aufstand des Bauernvolks, geführt von Gheorghe Doja, wurde das Dorf zerstört und sechs Jahre später schenket es König Lajos II-te an Bolyka Bálint. Während  der Herrschaft des osmanischen Reichs erblieb das Dorf ungerührt und währen der habsburgischen Herrschaft gehörte es zum Timiș Bezirk.2)Samu BorovszkyMonografia Comitatului Torontal, Budapesta, 1912.

In 1788 gehörte Beregsău Mic zur Damaszkinfamilie. In 1838 war der Eigentümer der Ortschaft Simon Damaszkin. Beginnend mit 1880, wurde das Dorf zwischen Gyula Csávossy von Bobda und Szima Mucsalov geteilt. In 1912 gab es 242 Häuser und 1286 Einwohner, ein Kasino, eine Kreditgenossenschaft in Beregsău Mic. Die Post war in Cărpiniş, der Telegraph in Bobda und das Bahnhof in Beregsău Mare. Im selben Jahr waren die adeligen Landwirte in Dorf die Erben der Csávossyfamilie, Ivan Mucsalov und Badulov Vlasztimivnek und Braniszlavnak. Die serbische Kirsche, gegenüberliegend des Herrenhauses, wurde zwischen 1855-1860 von der Mucsalovfamilie erbaut.3)Samu BorovszkyMonografia Comitatului Torontal, Budapesta, 1912

Das Herrenhaus aus Beregsău Mic

Das Herrenhaus aus Beregsău Mic wurde im Jahr 1788 von der Damaszkinfamilie gebaut, under später von Ivan Mucsalov gekauft. In 1949 wurde es verstaatlicht und in einer landwirtschaftlichen Staatsgenossenschaft umgewandelt. Nach 1990, errang die Erben der Muscalovfamilie, die jetzt in Kanada wohnen, die Rechte auf dem Haus.

Das Herrenhaus blieb unter der Aufischt einer Einwohnerin aus Beregsău Mic, Ivanca Arsin, die eines der Räume in einem Gelendekundebüro umgewandelt hat: „Hier war die ehemalige landwirtschaftlichen Staatsgenossenschaft. Der Eigentümer ist in kanada. Nach den Zurückerstattungen ist er so in einer Lage… können Sie sich vorstellen? Als die Staatsgenossenschaft hier war, haben sie nur Scahden verusacht. Vorher gab es Kamine in jedem Raum, mit verschiedenen Mustern und Farben. Alles haben sie zerstört!“

Das Herrenhaus hat mehrere baukünstliche Veränderungen während der Staatsgenossenschaft erlitten. Eines Tages ist ein sehr netter Mann gekommen um das Wohnhaus zu besichtigen, aber Ivanca hat ihn weggeschickt: „Ich habe gedacht er würde etwas Dokumentarisches machen, oder dass er eine Bekanntschaft des Eigentümers sei. Und dann sagt er mir ich soll warten, er geht kurz zum Auto um seine Frau mitzuholen, sie hätten im Haus gewohnt während der Staatsgenossenschaft. Da sagte ich im: Ihr habt diese Scahden verursacht! Geht weg, ich soll euch hier nicht wieder sehen!

Das Feld auf dem Grundstück ist gemietet an einem Bauer, der seine Tiere dort züchtet. „Das ganze Grundstück beträgt über 5 Hektar. Das Feld ist gemietet für die Zucht von Schafen und Kühen, so muss man sich nict Sorgen machen, dass jemand herkommt und den Zaun stiehlt, denn der Bauer hat auch ein Interesse das es besteht. Wäre ich nicht hier gekommen um auf das Haus aufzupassen, so wären heute auch die Dachziegel weg. Sowieso muss man viel reparieren lassen. Es gibt auch eine Getreidelager annexiert. Es hatte eine top Farm, über 170 Hektar Land. Es gab eine Rückzahlung für nur 30 Hektar davon.

Die Gnädige aus Beregsău Mic

Ivanca hat uns erzählt, dass als die Frau des Muscalovgrafen die Kirchtür durchtrat, übten die Gendarmen ihre Waffen zu entlanden, ehrenhaftig. “Die Menschen nannte sie die Gnädige. Sie waren gnädig, aber hatten Verwalter der sehr hart war. Wenn der Wirt sagten „gib den Bauern so viel für diese Arbeit“, dann zahlte er nur die Hälfte.”

Es gibt Beteilungungsmöglichkeiten, wenn Interesse daran besteht.

Der Eigentümer möchte dem Herrenhaus eine umfangreichere Funktionsvielfat erstellen, deshalb hat Ivanca eine Notarurkunde, mit welcher sie das Haus vermieten kann, aber nicht verkaufen. „Es gibt Beteilungsmöglichkeiten, wenn Interesse daran besteht. Der Eigentümer wollte ein Parteneriat herstellen, das Haus als Asyl zu verwenden. Wenn er so einen Partner finden würde, auch mit einer anderen Idee, würde er es gerne machen. Aber noch gibt es nichts, ihr wisst schon wie es bei uns Rumänen ist…alle würden es mit einem Leu kaufen wollen.

Mit einem Mann der Landwirtschaft betreibt hat er darüber gesprochen, er hat ihm gesagt er soll nicht ein Asyl aus dem Haus Machen, sondern ein Gasthaus. Und er hat den Eigentümer zu einem Gasthaus geführt, aber in den drei Stunden die sie da verbracht haben, waren sie die einzigen Kunden. Das Gasthaus gehörte dem Mann, ein Ingineur als Beruf. Er hat gesagt er würde sich um alles kümmern, wenn man etwas reparieren musste, aber er wollte einen 50% Anteil am Haus haben. So wollen as alle machen! In einigen Monaten macht er dann zu, denn es hat nicht funktioniert, und bleibt mit seinem Anteil. Seit dem ist keiner anderer Prätendent erschienen. Wir werden noch sehen!”

Ivanca bleibt in Kontakt mit dem Muscaloverben. “Jedes Jahr sagt er: nächstes Jahr komme ich! Bleibe da zwei-drei Monate! Aber wenn er kommt, ist er hier nur für ein paar Tagen. Er sagt: ich komme zu dir! Und ich sag ihm: du kommst nicht zu mir, du kehrst nach Hause! erzählte sie uns lachend. Der Neffe von Muscalov ist in meinem Alter, 65-70 Jahre, aber er sieht wie 50 aus! Wir sind gute Freunde. Meine Großmutter war auch eine gute Freunding von seinem Vater. Zu erst haben sie in Deutschland gewohnt, aber es hat ihnen nicht gepasst. Die Serben mögen Deutschalnd nicht so sehr.

In 1949 wurde ihnen alles vom Staat genommen, aber sie sind noch da geblieben. Sein Vater hat bei der Staatsgenossenschaft gearbeitet. Er war ein Agronomieingineur und bearbeitete sein Land. Nachher haben sie in Timișoara gewohnt, dann in Brașov, und von da sind sie nach Deutschland gezogen, bevore sie letztendlich in Kanada angekommen sind. Sie haben ein Besuch in den 80er gemacht, die Dorfbewohner und meine Großmutter besucht. Ich bin mit ihnen im Kontakt gekommen durch einer Bekanntschaft aus Timișoara. Ich habe alle Papiere für die Zurückerstattung des Landes bearbeitet. Auch füur das Herrenhaus. Mit der Staatsgenossenschaft gab es einige Probleme, aber das Bürgermeisteramt hat uns geholfen”

Etwas Geld vom Anwalt, etwas von einem Kunden, wir müssen es durchziehen. Wir wählen einen, wir wählen den anderen.

“Ich habe ein Haus im Dorf, aber die meiste Zeit verbringe ich hier. Wenn ich im Dorf bin, dann wisst ihr wie es ist – Kinder, Neffen, Verwandte. Meine Rente ist klein, aber es geht schon. Ich arbeite wann ich kann, messe das Land der Bauern wenn sie es benötigen. Ich bin altmodisch, kann ein bisschen von Allem. Ich habe Karten, habe alles was ich brauche, deshalb messe ich Land. Aber jetzt geht das nicht mehr so gut, nur wenn einer den Verband verlässt, muss man eine Feststellung machen. Dann sagt der Topograph: geh un verifiziere alles, ich hafte dafür. Er weiss, dass ich die Karten habe. Zu Hause konnte ich nicht alle Leute (Kunden) empfangen, denn auch die Kinder mögen es nicht wenn Fremde immer anklopfen. Etwas Geld vom Anwalt, etwas von einem Kunden, wir müssen es durchziehen. Wir wählen einen, wir wählen den anderen.“

Wir haben in Ivanca’s Buchregale viele Bücher und Dokumente der Kommunistischen Partei gemerkt: „Währen der Revolution in ’89, als sie alles aus der Schule in der Mitte des Dorfes hingeworfen haben, um es zu verbrennen, da habe ich alles genommen. Vielleicht, wer weiss…zu Hause habe ich alle Buchbänder von Ceaușescu. Ich habe sie damals mitgenommen und ihnen einen Platz in meiner Bibliothek geschafft, weil sie harte, rote Buchumschläge hatten. Die heutigen Bücher liest du einmal, stellst sie auf dem Regal, und sie sehen schon schelcht aus, kommen sogar entzwei.“ Neben den Regalen mit der kommunistischen Dokumente liegt ein altes Schreibtisch, auf welchem Ivanca’s Bücher ausgebreitet sind. “Als die Staatsgenossenschaft weg war, konnten sie dieses Schreibtisch nicht durch die Tür kriegen, also haben sie e shier gelassen. Es ist seit Muscalov’s Zeiten. Sehr, sehr alt! ”

Ivanca aus Beregsău Mic

“Mein Name ist Iovanca, aber alle rufen mich Ivanca. Es war ein modischer Name, nach Tito’s Iovanca. Wenn ihr nach Ivanca aus Beregsău fragz, kennen mich alle!” Bevore wir wegfahren, wollten wir noch ein Foto von Ivanca schießen, aber sie lehnte es ab.“Wisst ihr was ihr fotografien sollt? Den ‘Arc de Triomphe‘. Aus der Straße sieht man es nicht so gut, wegen den Bäumen, aber aus dem Hof geht es.”

Nützliche Infos

Beregsău Mic ist 20km von Timișoara entfernt und kann entweder durch Sânmihaiu German (siehe Karte) oder durch Săcălaz (siehe Karte) erreicht werden, beide Straßen sind sehr gut erhalten. Nur einige Kilometer von Beregsău Mic entefrnt findet man auch die Romano-Katholische Kirche aus Bobda.


Autor: Alexandra Palconi

Deutsch Übersetzung: Mara Cirpanu, Oana Cirpanu und Miriam Bloch

Foto: Flavius Neamciuc

Surse   [ + ]

1. Remus Creţan şi Vasile FrăţilăDicţionar geografico-istoric şi toponimic al judeţului Timiş,  2007
2. Samu BorovszkyMonografia Comitatului Torontal, Budapesta, 1912
3. Samu BorovszkyMonografia Comitatului Torontal, Budapesta, 1912
1 Kommentar zu "Damaszkin Herrenhaus in Beregsău Mic"
  • Das Schloss Banaterra aus Srpska Crnja – Prin Banat
    20 Oktober 2016 um 17:21

    […] dem Weg nach Srpska Crnja können noch Damaszkin Herrenhaus in Beregsău Mic oder die Kirche auch Bobda besichtigt […]

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