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Das Schloss des Grafen von Mercy aus Carani

Veröffentlicht in Geschichten1 Kommentar

Ab der Hälfte des Weges zwischen Timisoara und Arad, auf der Nationalstraße DN 69/E671 (siehe Karte) und bis zum Ort Carani, gibt es mehrere Schilder die zum Schloss des Grafen von Mercy führen. Die Enttäuschung kommt erst bei der Ankunft, da dieses Schloss aus unterschiedlichen Gründen nicht besichtigt werden darf: es gibt ein Zaun der den Eingang zum Schloss versperrt, da die Fläche auch sehr bewachsen ist und sich dadurch auf dem Grundstück eines Getreideunternehmens befindet. Außerdem ist es auf Grund der Verschlechterung der Baulage auch nicht sicher auf dem Gelände zu sein.

Historischer Überblick

Im Mittelalter soll es auf dem südlichen Teil des Dorfes Carani eine Siedlung namens Surduk gegeben haben, in der viele Bewohner deutscher Herkunft waren. In derselben Zeitspanne gab es nördlich von Surduk ein Dorf namens Karoly, der im Jahr 1717 unter dem Namen „Kayragn“ erwähnt wurde.

Im Jahr 1733 erbaut der Graf Engelfshofen den Ort Mercydorf (das Dorf von Mercy) in Ehre von Claudius Florimund von Mercy (1666 – 1734), der regierende Bürgermeister aus Banat. Engelshofen hat die Pläne von dem Grafen von Mercy weiter geführt und den Anbau von Weinbergen, den Reisanbau und den Zuwachs von Seidenraupen hinzugeführt. So wird Mercydorf die Gemeinde mit den meisten Italiener und Spanier in Banat. Nach dem Jahr 1765 setzen sich hier auch Menschen französischer und deutscher Herkunft nieder. Auf Grund von Pest und des schlechten Klimas in Banat verschwinden wieder die Italiener, Spanier und Franzosen und ab dem Anfang des 19. Jahrhunderts wird Mercydorf ein deutsches, schwabisches Dorf 1)Donauschwaben Villages Helping Hands, a Nonprofit Corporation.

Das Dorf Carani – deutsch Mercydorf wurde auch nach dem Fluss der durch dieses Dorf fließft, Karan genannt. Auf Ungarisch wird das Dorf Merczyfalva/Mercyfalva genannt. Weitere Namen die dieses Dorf erhielt waren Mertisoara oder Carani.

Das Schloss des Grafen von Mercy?

Das Schloss wurde zwischen den Jahren 1733-1734 von Italiener und Spanier erbaut und ist eine der ältesten Gebäude aus dem Banat. Es wird behauptet, dass das Schloss (welches sogar in der Liste der historischen Denkmäler des Kreises Timis2)WikipediaLista Monumentelor Istorice din judeţul Timiş aufgeführt wird) nie dem Grafen Florimund Mercy gehört hat. Oder zumindest kann man sagen, dass dieser nie hier gelebt hat, weil dieser an dem Tag der Fertigstellung des Schlosses gestorben ist (1734).

Mercydorf und Jadeni (im ungarischen wurde es Zsadanyi genannt und heute ist als Cornesti bekannt) hatten mehrere Eigentümer. Im Jahr 1780 kauft der Graf Janos Saurau das Schloss von einer Schatzkammer. In der Zeitspanne von 1805 – 1870 gehörte das Schloss der spanischen Familie Lo Presti de la Fontana Dangioli und zwischen den Jahren 1805 – 1870 gehörte es dem Grafen Janos Barinyai. Die letzte Familie die hier gewohnt hat ist die Familie von Ferencz Feger de Mercyfalva es Zsadanyi. Der letzte Nachfolger dieser Familie war Oskar Feger (1865 – 1931). Nach seinem Tod wurde das Vermögen von seiner Frau und seinen Kinder geerbt. Anschließend wird das Schloss von Carani nationalisiert und in ein C. A.P umgewandelt, die als solche bis zum Jahr 1989 fungiert hat.

Wenn es ein historisches Denkmal ist, dann muss sich doch jemand darum kümmern, oder?

Die Ereignisse durch welche das Denkmal nach dem Jahr 1990 gegagen ist, habe ich vom Sicherheitsdienst des Getreideunternehmens erfahren:

„Hier standen die Mauern des Schloss, aber die sind alle weg, die wurden zerstört. Hier war der Sitz der CAP bis im Jahr 1989. Die Büros waren oben im Schloss. Der Stall wurde als Abstellkammer benutzt. Danach wurde es einem Nachfolger gegeben, der jetzt in Österreich lebt.

Nachdem das Grundstück im Jahr 1991 gekauft wurde, wollte der Chef der Mühle auch die Büros im Schloss machen. Er hat schon die Bauarbeiten begonnne gehabt, aber er konnte sich mit dem Nachfolger nicht einigen und so blieb das Schloss so wie es war.

Jetzt weiß keiner mehr wem das Schloss gehört. Jetzt ist alles zerstört worden. Wenn es regnet wird drinnen auch noch das ganze Holz kaputt. Man kann auch nicht mehr reingehen, wenn dir ein Ziegelstein auf dem Kopf fällt, dann bist du tot.

Das Dorf hieß auch Mertisoara, weil der Name vom Grafen von Mercy kommt, dem das Schloss einmal gehört hat. Im Kommunismus wurde der Name zu Carani geändert. Keiner kümmert sich aber um das Schloss und in ein paar Jahren wird das ganze Schloss weg sein, wie die Mauern. In den 90er Jahren stand noch alles, da war eine Autowerkstatt, aber nachdem sie weg waren, war alles weg.“

Hilfreiche Informationen

In Carani kann noch die romanisch-katholische Kirche „Inaltarea Crucii“ (1734) besichtigt werden, die sich in der Nähe von dem Schloss von Mercy befindet. Außerdem befindet sich nur 18 Kilometer von Carani entfernt die romanisch-katholische Kirche von Vinga (1890).


Autor: Alexandra Palconi

Deutsch Übersetzung: Mara Cirpanu, Oana Cirpanu und Miriam Bloch

Foto: Flavius Neamciuc

Surse   [ + ]

1. Donauschwaben Villages Helping Hands, a Nonprofit Corporation
2. WikipediaLista Monumentelor Istorice din judeţul Timiş
1 Kommentar zu "Das Schloss des Grafen von Mercy aus Carani"
  • Das Gutshaus Mocioni aus Foeni – Prin Banat
    18 Oktober 2016 um 00:51

    […] im Jahr 1750 im neoklassischen Stil erbaut. Es ist einer der ältesteten Gebäude im Banat, so wie das Schloss des Grafen von Mercy aus Carani (1734). Während der Revolution von 1848 wurde das Gutshaus fast komplett zerstört. Das wichtigste […]

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