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Es war einmal eine Essig Fabrik …

Veröffentlicht in Geschichten1 Kommentar

Ich habe zu wenig Erinnerungen von den rauchenden Schornsteinen der Fabrik in Margina. Eher kenne ich sie aus den Geschichten derer die dort Jahrelang gearbeitet haben. Ich bin da immer seltener vorbeigegangen in der letzten Zeit. Vielleicht seit ihr auch an ihr vorbeigefahren – sie ist gleich beim Ausgang aus Margina (Colonie), auf der rechten Seite (siehe Karte). Sie ist riesig. Oder war riesig, denn jedes mal wenn ich sie sehe, wird sie weniger. Es verschwinden einige Nebengebäude, es fallen noch ab und zu einige Mauern …

Jetzt ist sie unter der Führung eines Gewerbes aus Bukarest. Es wir gemunkelt, dass sie sie abreisen wollen. Ob das wahr ist oder nicht, an einem Sonntag hab ich angehalten und sie fotografiert. Für die Nachwelt.

Es war einmal eine Essig Fabrik …

Die Zuglinie zwischen Lugoj und Ilia, gebaut gegen Ende des XIX Jahrhunderts, mit einer Länge von 81 km, hat das Interesse der Investoren für die Ortschaft Margina geweckt. Darauf folgend, in 1910, verlangt der Betrieb Roszkatol aus Budapest von einer Deutschen Firma, dass sie einen Plan erstellen, und fangen mit dem Errichten einer Fabrik für die chemische Destillation von Buchenholz an. Die Fabrik beginnt 1912 mit der Produktion, bis Ende des ersten Weltkrieges.

Die Wiederinbetriebnahme findet 1921 statt, dieses Mal mit dem Kapital  von Rumänischen Mehrheitsaktionären und 1930 beginnt die Herstellung von Aceton. Prinz Sturza, ein Weinreben Besitzer in Moldova und Basarabien, schreitet bei dem Rumänischen Parlament ein, um die Produktion von Lebensmittel-Essig, hergestellt aus Holz in Margina, einzustellen, da es angeblich Gesundheitsschädlich ist. In kurzer Zeit, kauft die Leitung der Fabrik eine Anlage für die Herstellung von Weinessig und beginnt auch gleichzeitig in Gläser eingelegte Essiggurken und gemischtes eingelegtes Gemüse zu produzieren, in dem Ausmaß von 20 Wagen in einer Saison.

Stellte über 600 Arbeitsplätze sicher

Zwischen 1945 und 1947, unterbricht die Essigfabrik aus Margina ihre Tätigkeit. Sie wird am 11 Juni 1948 Verstaatlicht und erhält den Namen  Distileria de Lemn Severin. 20 Jahr später, wird diese eine Abteilung des Chemiekombinats “Solventul” aus Temeswar. In der Fabrik aus Margina arbeiteten in dieser Zeit über 600 Seelen. Die Revolution 1989 kommt unerwartet für diesen Betrieb, der sich dann in einem gesamtem Ausdehnungs- und Modernisierungs- prozess befand. Seit 1990 und bis heute, von einen Jahr auf den anderen, ist die Fabrik immer mehr verfallen.


Autor: Alexandra Palconi

Deutsch Übersetzung: Mara Cirpanu, Oana Cirpanu und Miriam Bloch

Foto: Flavius Neamciuc

1 Kommentar zu "Es war einmal eine Essig Fabrik …"
  • Poieni – das Dorf im Herzen der Gebirge – Prin Banat
    17 Oktober 2016 um 17:44 Uhr

    […] funktionsfähig, auf der man Fichten Holz aus dem Wälder des Poiana Ruscă Gebirges zu der Essigfabrik aus Margina transportierte. In 1996 wurde die Waldzugstrecke aus dem Betrieb genommen, denn das Schienenholz […]

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