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Die Wassermühlen aus Rudăria

Veröffentlicht in Ländern1 Kommentar

In Banat, bei dem Fuß des Almăjului Gebirge, versteckt sich eine der größten und schönsten Wassermühlen Reservaten aus dem Südosten Europas. Die 22 Wassermühlen mit Schaufeln aus Rudăria (Kreis Caraș-Severin) entzücken mit  ihrer einheimischen Architektur und sie zieren den Verlauf des Flusses Rudărica auf einer Entfernung von 3km. Obwohl sie aus dem 20ten Jahrhundert sind, die Geschichte bestätigt die Existenz von Wassermühlen, die schon viele Jahre vor diesen existiert haben.1)Lista monumentelor istorice din judeţul Caraş-Severin 2010Wikipedia.org

Die Wassermühlen mit Schaufeln und “rândașii” aus  Rudăria2)Nicolae Ilieşu, Monografia istorică a Banatului: Judeţul Caraş, Editura Mica Valahie, 2011

Der Brauch der Leute aus Rudăria, ihr Getreide in Holzkonstruktionen mit speziellen Installationen zu mahlen, scheint vor dem XX-ten Jahrhundert den Ursprung zu haben. So gab es 1772 in  Rudăria 8 Mühlen. In 1874, gab es hier bis zu 51 Mühlen, aber wegen den großen Fluten 1827,1941 und 1955 sind nur noch 22 erhalten geblieben.

Am Ende der ´90 Jahre, gelangen die Mühlen in Verfallszustand, was den Complexul Muzeal National ASTRA aus Sibiu dazu bewegte Europäische Gelder durch das Programm Euroart zu beantragen, um die Restauration und die Konservierung des Mühlen in die Gänge zu bringen.

Die Bauern aus Rudăria haben das energetische Potential, ausreichend für die Getreideverarbeitung für einige hundert Familien aus der Gemeinde, des Flusses Rudărica geahnt. Das Land in der Umgebung wurde ständig verbessert und verwertet durch die Verstärkung von Holzdämmen und das Bauen von Hindernissen oder Tunneln in den Felsen.

Aus den 22 Mühlen, 13 befinden sich in der Ortschaft und 9 außerhalb. Sie tragen den Namen des Errichters, den Namen der Orte wo sie stehen oder den Namen der “Hauptfamilie”: Moara cu Tunel, Viloanea, Trailoanea, Îndărătnica dintre Râuri, Podu Ilochii, Îndărătnica de la Perete, Firiz, Popascu, Humbroanea, Maxinoanea, Vamolea, Moara din Țarină nsw.

Die Wassermühlen mit “ciutura” (ein horizontales Rad mit radial angeordneten Löffeln ) wurden erbaut und in einem assoziativen System von mehreren Familien verwendet. Diese Familien bekamen dann den Titel “rândași” (von dem rumänischen Wort rând, auf Deutsch Reihe, nach der Reihenfolgen der sich jede Familie, einmal in Monat, beim Getreide mahlen fügen musste). Der Brauch der “rândași” ist auch heute noch üblich, und die Reihe kann gekauft oder geerbt werden.

Sie sagten mir, dass sie mich in Italien im Fernsehen gesehen haben!

Wenn sie den Wassermühlen Komplex besuchen gehen, an dem Fuß des  Almăjului Gebirge, werden sie wenigsten eine Mühle in Betrieb sehen und es kann sogar sein, dass sie nach Hause mit traditionell gemahlenen Maismehl zurückkehren.

Während unseres Ausflugs nach  Rudăria sahen wir, wie in der Firizi Mühle, die letzte auf der linken Seite des Flusses innerhalb der Gemeinde, fleißig Mais gemahlen wurde. “Rândașa” (die Dame die dann mit Mahlen an der Reihe war) mit Touristen gewöhnt, hat uns auf einem entzückenden Banater Dialekt, eine Tour der Mühle angeboten. Coș, postăviță, găletușă, piatră rotitoare, piatră stătătoare, mâșnic oder șocot sind alles Teile der Installation die wir in dem Getriebe jeder Mühle mit “citura” aus Valea Rudăriei wiederfinden.

“Sie sagten mir, dass sie mich in Italien in Fernsehn gesehen haben!”, sagte uns noch die “rândașa”, während sie uns noch über rumänische und fremde Touristen die vorbeikommen erzählte. Die Italienischen Touristen habe sie in einem Dokumentarfilm gesehen, danach sind sie den ganzen langen Weg nach  Rudăria gekommen und sich selbst davon zu überzeugen.

Wir sind von der Firizi Mühle nicht weggegangen bis wir nicht auch die traditionellen Schuhe der “rândașa”, über die sie sehr stolz war,  fotografiert haben.

Rudăria, der Gutshof der adligen Gârlișteanu Familie3)Registru istoric – Primăria Eftimie Murgu4)Rudăria – Rezervația Mulinologică – Banaterra

Obwohl der offizielle Name der Gemeinde seit 1970 Eftimie Murgu ist, nennen es die Einwohner nach der alten Tradition Rudăria. Gleichzeitig bis 1565, hieß die Gemeinde Gârliștea (Gârliște), dessen Geschichte sehr an die adlige Familie Gârlișteanu, die ein Schloss in der Nähe hatten, gebunden war.

Prähistorische Funde und Nachweise beweisen, dass auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde, Menschen hier auch vor tausenden Jahren gelebt haben. Das erste schriftliche Attest gibt es erst aber am 16 Juni 1410, als Pipo de Ozora (Filippo Buondelmonti degli Scolari), General des Sigismund Regiments von Ungarn, Ban von Severin und Comite von Timiș, Ștefan Gârlișteanu die Gemeinde Gerliste spendet.

In einem Dokument von 1481 erscheint die Gemeinde erst mit dem Namen  Gârliștea,  als Iacob Gârlișteanul Ban von Serverin war. Bei 1484, entscheidet König Matei, dass diese in Gerliste, Jalsanicza (Eșelnița) und Rudaria mit eingegliedert werden soll. Von hier folgt es, dass es zwei verschiedene Orte gegeben hat. In 1569 werden mehrere Eigentümer geteilt, unter anderem auch das bereits erwähnte Anwesehen Gerlisthye alias Rwderia.

Ein anderes Ereignis aus der Geschichte der Stadt verdient es genannt zu werden. Die Rede ist von einem Fall voller Begebenheiten, zwischen Ana Fiath, Francisc de Marginea und George Ombozi, der sich zwischen 1566-1576 ereignet hat. Ombozi war mit einem Mädchen aus der Familie Gârlișteanu verheiratet. Es scheint, dass dieser Fall vor dem König kam, weil Obozi sein Schwert vor den Rechstorganen gezogen hat und sie damit bedroht hatte. Auch die Transsylvanische Zeitung befasste sich mit diesem Prozess 1570.

Die Aufzeichnungen von Marsigli aus 1690-1700 geben an, dass die Gemeinde Ruderia zu dem Kreis Halmas gehörte. In 1717 gehörte Rudaria zu dem Kreis Orșova und es existiereten hier 82 Häuser. Auf Mercy Karte von 1723 erscheint die Ortschaft im Kreis Almăj und auf Griselinis Karte, in 1776, erscheint sie unter dem Namen Roderia. In 1804 hatte die Gemeinde 192 Häuser, 2 Pfarrer, eine steinerne Kirche, ein Gemeindehaus, ein Gemeindeschuppen, Wohnungen für Offiziere und eine Kneipe.

In 1913, während der ungarischen Besatzung, wird der Name der Ortschaft O’Gerlistye. Aus Rudăria kommen mehrere wichtige Persönlichkeiten Banats wie, der General Traian Doda, dr. Ioan Sârbu oder der 1848 Revolutionär Eftimie Murgu. Am 5 Mai 1970, als Zeichen der Huldigung verändert die Rumänische Kommunistische Partei den Namen der Ortschaft in Eftimie Murgu.

Nützliche Informationen

Zu den Mühlen aus Rudăria gelangt man am besten, wenn man aus der Richtung Oravita kommt, durch Bozovici (siehe Karte), oder von Mehadia (siehe Karte).

Die Mühlen aus Rudăria sind nicht die einzigen aus der Gegend. In dem Dorf Putna zum Beispiel, kann man Holzkonstruktionen mit ähnlichem Getriebe sehen.

Dazu kann man in dieser Gegend auch das neulich eingeweihte Dorfmuseum aus Bozovici besichtigen und den berühmten Wasserfall Bigăr.


Autor: Alexandra Palconi

Deutsch Übersetzung: Mara Cirpanu, Oana Cirpanu und Miriam Bloch

Foto: Flavius Neamciuc

Surse   [ + ]

1. Lista monumentelor istorice din judeţul Caraş-Severin 2010Wikipedia.org
2. Nicolae Ilieşu, Monografia istorică a Banatului: Judeţul Caraş, Editura Mica Valahie, 2011
3. Registru istoric – Primăria Eftimie Murgu
4. Rudăria – Rezervația Mulinologică – Banaterra
1 Kommentar zu "Die Wassermühlen aus Rudăria"
  • Putna aus dem Banat – Prin Banat
    18 Oktober 2016 um 03:33

    […] dem Almajului Gebirge. Wir sind dorthin gefahren um uns über die Wassermühlen (dieselben wie die aus Rudaria) zu erkundigen, doch wie auf vielen unserer Reisen, haben wir hier neue Geschichten über den Banat […]

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