Zurück zur Startseite  |  RO  |  EN

Charlottenburg – das einzige runde Dorf aus Rumänien

Veröffentlicht in LändernKein Kommentar

40 km entfernt von Timisoara, auf dem Weg nach Lipova ist zwischen den Hügeln, das einzige runde Dorf aus Rumänien zu finden, das Dorf Charlottenburg. Dank seiner besonderen Form, wurde die ganze Ortschaft von dem Ministerium für Kultur unter Denkmalschutz gestellt. Und trotzdem, wenn du in dem Dorf ankommst brauchst du erstmal eine Weile, bis du dessen zirkuläre Form entdeckst.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind hier die römisch-katholische Kirche, duzii seculari, die schwäbischen Häuser und die Feldjagd.

Dorf benannt nach Charlotte, die Ehefrau des Bürgermeisters von Banat

Im Jahre 1772, während der zweiten Welle der deutschen/germanischen Kolonisation, bringt der Bürgermeister von Banat Graf Karl Ignaz Clary-Aldringen 32 Familien in Charlottenburg. Die Legende besagt, dass der Name des Dorfes sogar von Charlotte, die Frau des Grafen Aldringen inspiriert war. Die Siedler kamen aus der Autonomen Provinz Trento (aktuelle Region Trentino – Südtirol), Lothringen und Baden-Württemberg. Nach 1880 wurde das Dorf mit ungarischen und rumänischen Familien bevölkert.

Der Grundriss des Dorfes wurde von dem Ingenieur Carl Samuel Neumann Edler von Bucholt, Beamter im Oficiul sarii aus Lipova gezeichnet, welcher zusätzlich das ganze Bauvorhaben koordinierte. Am Anfang markierte das Zentrum des Dorfes ein Brunnen, welches von einer Maulbeerplantage umgeben war. Mit der Zeit wurden die meisten Bäume in Charlottenburgs Zentrum gefällt, dafür aber wurden eine Kirche, eine Schule und mehrere Höfe gebaut. Das Dorf wurde jahrelang „Das runde Dorf“ und „Barita“ (Baryt) genannt, obwohl es kein offizielles Dokument gibt, welches diese Namensgebungen  für das Dorf Charlottenburg bestätigt.

Seit 1780 stellte Kaiser Joseph II dem Adel (durch eine Auktion) Kammer Dörfer zum Verkauf. So hat für 141 Jahre, Charlottenburg mehrere Besitzer gewechselt: Posfay Joszef (im Jahre 1782), Karl Schwarzenberg (1814), Peter Thököly von Késmár-, Georg Simon Baron Sina von Hodos et Kizdia (1838), Anastasia Sina (1886), Graf Siegfried Graf von Wimpffen (1891). Die heutige Kirche wurde im Jahre 1876 von der Familie Sina von Hodos et Kizdia gebaut.

Im Dorf gab es auch eine Mühle, welche von einem gewissen Irtel Marton gegründet wurde und in der Nähe der Ortschaft bis 1968 zu finden war, bevor es von den Kommunisten komplett zerstört wurde. In der selben Zeit, führte die Agrarreform von 1921 zur Teilung des Erbgutes von Bewohnern.1)Parcul de vânătoare Şarlota: 110 ani de activitate continuă (1904-2014), Editura Silvică, Voluntari, 2014

Jagdpark in Charlottenburg2)Parcul de vânătoare Şarlota: 110 ani de activitate continuă (1904-2014), Editura Silvică, Voluntari, 2014

Im Jahr 1886 hat Baroness Anastasia  Graf Sina Siegfried von Wimpffen geheiratet. Als begeisterter Jäger, hat der Graf 1890 ein Jagdhaus (die der Sitz der Forstwirtschaft in Charlottenburg oder Charlotte später wurde – wie es Dorf genannt wird). Im Jahr 1902 hat die Organisation Wimpffen den Wald Charlottenburg (in der Nähe des Dorfes) in einem Jagdpark verwandelt. Die Gründe diesen Park  zu gründen war es Jagdpartien zu organisieren für ihn und seine Gäste und das landwirtschaftliches Gut zu schützen und rund um den Wald rund um den Wald gegen durch Wildtiere verursachten Schäden zu kämpfen.

Ursprünglich war der eingezäunte Bereich nur 18 ha, mit 12 Arten von Hirsch aus Böhmen bevölkert. Dazu kamen noch deutsche und österreichischee Hirsche dazu, somit erreichte ihre Zahl 92 Arten.

Im Jahr 1904 war das Gebiet bereits erweitert und die Parkverwaltung hatte seinen Haupsitz in der Stadt Masloc (Blumenthal). Dieser wurde von einem 18 km langen Zaun umgeben und hatte im Inneren zwei Brunnen und zahlreiche Anleger und Salzbehältnis für Hirsche. Der Zaun wurde aus Drahtgitter gebaut und an Akazienstangen stabilisiert, welche alle 4 Meter von einander entfernt waren und in der Erde bei einer Tiefe von 85 centimter begraben wurde.

Zwischen 1931-1948 wurde der Park Teil des königlichen Jagdförsterei Casa Verde – Timisoara. Derzeit ist es durch den Wald Falten Zaun verabreicht Timisoara und seine Länge beträgt 18,27 ha. Jagd in Charlottenburg Park ist der älteste in Rumänien und von der Gründung (1904), verfügt über fast 110 Jahre ununterbrochene Tätigkeit.

Nach dem ersten Weltkrieg wurden alle Grundstücke von Graf Wimpffen von dem rumänischen Staat übernommen und der Jagdpark wurde zu einem Jagrevier des rumänischen Königshauses.

Zwischen 1931-1948 wurde der Park Teil des königlichen Jagdförsterei Ocolul Silvic – Timisoara. Die Fläche beträgt 18,27 ha und der Jagdpark zählt seit seiner Gründung (1904) zu dem ältesten aus Rumänien und der Betrieb läuft seit 110 Jahren ununterbrochen.

Der letzte Schwabe aus Charlottenburg

Die ersten Schwaben haben Banat nach dem zweiten Weltkrieg verlassen, die zweite Welle ist vor der Revolution im Jahr 1989 und die dritte Welle nach 1990 weggezogen. Charlottenburg war auch davon betroffen und deswegen lebt heute nur noch ein Schwab dort, Peter Trimper der jetzt 76 Jahre alt ist.

Hilfreiche Informationen

Die meisten schwabischen Häuser aus dem Dorf wurden zu Ferienwohnungen umgebaut. Leider gibt es in Charlottenburg keine Unterkünfte für Touristen. Eine gute Alternative ist das Dorf Altringen, welches sich zwei Kilometer von dort entfernt befindet. Es gibt dort auch ein schwabisches Gasthaus.

Aus Timisoara kommt man über die DJ691 nach Charlottenburg. In Masloc muss man rechts abbiegen und auf der DJ691A weiterfahren. Eine andere Variante ist die Anreise mit dem Zug aus dem Nordbahnhof aus Timisoara bis zur Sarlota Haltestelle, wobei ein Ticket nur 4 Lei kostet.


Autor: Alexandra Palconi

Deutsch Übersetzung: Mara Cirpanu, Oana Cirpanu und Miriam Bloch

Foto: Flavius Neamciuc/Cristian Sitov

Surse   [ + ]

1. Parcul de vânătoare Şarlota: 110 ani de activitate continuă (1904-2014), Editura Silvică, Voluntari, 2014
2. Parcul de vânătoare Şarlota: 110 ani de activitate continuă (1904-2014), Editura Silvică, Voluntari, 2014
Kein Kommentar zu "Charlottenburg – das einzige runde Dorf aus Rumänien"
Schreib einen Kommentar